Rassismus?!
Rassistische Parolen in der Politik sind nichts Neues. Wenn die FPÖ „Pummerin statt Muezzin“ plakatieren lässt und die Innenministerin von "kriminellen Ostbanden“ spricht, leuchten alle antirassistischen Warnlampen. Aber: Neu sind diese Sprüche nicht, auf Stammtischen, in Zeitungen und im Parlament sind Rassismen schon lange gegenwärtig. Wieso? Weil es einfacher ist, zu behaupten, „Andere“ wären Schuld, wenn etwas in einer Gesellschaft nicht funktioniert. Wenn es zum Beispiel weniger Arbeitsplätze gibt, ist es für die Regierung relativ schwer zuzugeben, dass sie sich mit ihrer Arbeitsmarktpolitik verschätzt hat. Aber auch für Betroffene von verfehlter Politik ist es einfacher, die Schuld den „Ausländern“ zu geben. Auch wenn dabei vergessen wird, dass z.B. Asylwerber*innen nicht arbeiten dürfen und es für diese gar nicht möglich wäre, „echten Österreicher*innen“ Arbeitsplätze wegzunehmen.
Rassismus hat viel mit Nationalismus zu tun. Damit die Nation Österreich in der aktuellen Form funktioniert, braucht es Menschen, die glauben, dass es Gesetze, Grenzen, Parlamente, Präsident*innen usw. dringend braucht, und die sich dafür einsetzen, dass diese Dinge bestehen bleiben. Fast alle Menschen in Österreich tun das, weil sie sich selbst als Teil eines gemeinsamen „Wir“ verstehen. Damit ist gemeint, dass sie ihre Identität, also sich selbst,auch darüber definieren, dass sie zufällig in Österreich geboren wurden. Dabei gibt es viele andere Identitäten wie z.B.: Schülerin, FM4-Fan, Gitarrespielerin, kleiner Bruder, etc. Weil auch noch andere Menschen hier geboren wurden, wird geglaubt, dass sich alle diese Menschen deshalb ähnlich sein müssten und sich besser verstehen würden, als mit einer Person, die zufällig 50 Kilometer weiter in Tschechien geboren wurde. Ganz schön absurd. Rot-weiß-rote Fahnen, Nationalfeiertag und Bundeshymne dienen dazu, dass dieses „Wir“ in den Köpfen der Menschen bestehen bleibt und sich gegenseitig bestärkt. Das „Wir“-Aufbauen funktioniert auch stark über Rassismus. Denn wenn Innenministerin Fekter erklärt, dass Menschen aus „dem Osten“ kriminell sind, meint sie damit auch immer: Die „Anderen“ sind die Kriminellen. Dreht mensch das um, bedeutet das: „Wir“, also die "echten Österreicher*innen", sind nicht kriminell, „wir“ sind die korrekten, guten Menschen. Wenn in der "Kronen Zeitung" also wieder einmal steht, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe Drogendealer*innen sind, atmen die „echten“ österreichischen Leser*innen erstmal auf und denken sich: Zum Glück sind nur die „Anderen“ die Bösen, und ich gehör zu den Guten. So entsteht das Bild: Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind böse. Von diesem Gedanken bis hin zur rassistischen Beschimpfung in der Straßenbahn ist es kein großer Schritt mehr.
Der Glaube, dass „wir Österreicher*innen“ besser sind, als „die Anderen“ spielt nicht nur im Gegensatz von „gut“ und „böse“ eine Rolle. Wenn FPÖ und Co. gegen Minarette wettern, ist damit auch gemeint: „Unsere“ Religion ist besser als die „andere“. Wenn mensch dann nachfragt, wieso Rechte das glauben, erklären sie meistens: „Alle Religionen sind okay, aber in Österreich gibt es eine christliche Kultur, und die muss bewahrt werden.“. Wenn von einer österreichischen christlichen Kultur gesprochen wird, bedeutet das zwischen den Zeilen: „Unsere“ Kultur ist die Beste – alle anderen sind weniger wert. Das Prinzip bleibt das Gleiche: „Wir“ sind die Guten, die „Anderen“ sind die Bösen – nur weniger offensichtlich.
Ganz schwierig zu erkennen wird Rassismus, wenn er "positiv" formuliert wird. Wenn z.B. jemensch sagt: „Die Afrikaner*innen können viel besser Trommeln, die haben das im Blut“, klingt das zuerst einmal nett. Das Problematische in diesem Satz hat mit dem „Blut“ zu tun. Hier ist gemeint, dass Menschen auf Grund ihrer Gene bestimmte Dinge können und andere nicht. Das ist natürlich Blödsinn. Gene sind dafür verantwortlich, dass Menschen Vorraussetzungen (also zum Beispiel Arme, ein Gehirn, Muskeln etc.) haben, mit denen sie dann alles lernen können. In Afrika leben also wahrscheinlich genauso viele Menschen, die gut trommeln können, wie in Spanien oder China. Ebenfalls leben in Afrika viele Menschen, die nicht gut trommeln können, genauso wie in Spanien oder China. Ob jemensch gut trommelt, hängt also nicht von irgendwelchen Genen ab, sondern eher davon ob er*sie oft übt, ob es ihm*ihr Spaß macht, ob er*sie gelernt hat, dass Musik cool ist, usw.
Gerade bei Rassismen gegen Menschen aus Afrika darf nicht vergessen werden, dass die "westlichen" Staaten diese jahrhundertelang ausgebeutet haben. Der Wohlstand, in dem Menschen auf der nördlichen Hälfte der Welt heute leben, hat viel damit zu tun, dass große Gebiete in Afrika, Lateinamerika und Asien kolonialisiert wurden. Dabei wurden die dortigen Rohstoffe nach Europa transportiert Millionen von Menschen versklavt.
Rassismus ist etwas, das weit über die Plakate von FPÖ und Co. hinaus geht. Vielmehr hat jede*r Vorurteile im Kopf, die schnell zu Rassismen werden können, und damit Menschen verletzen, benachteiligen und beleidigen. Deshalb ist es wichtig, die vielen verschiedenen Formen von Rassismus (die hier nicht vollständig aufgezählt sind!) zu erkennen, sie anzusprechen und zu bekämpfen!

Kommentare
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Verschieden und individuell in ihrem Charakter ja. Zumindest größtenteils. Der Mensch wird nunmal, ob ihr es mögt oder nicht in Rassen eingestuft.
"Vielleicht schon mal daran gedacht das es keine "echten Wiener" gibt. Es gibt "nur" Menschen. Die Bezeichnung "Wiener" oder allgemein "Staaten" bzw. "Länder" sind alles Erfindungen bzw Konstrukte. Das ist nichts was schon immer da war. Es werden auf der ganzen Welt Menschen diskriminiert. Die Unterschiede schaffen konstruierte Staaten/Nationen und Ängste. Idioten gibt es überall das hat nichts mit der Nationalität zu tun."
Du bist anscheinend kaum mit Resthirn ausgestattet. Jeder Kontinent hat sein eigenes Temperament, seine eigene Bestimmung und seine eigene Völker. Natürlich sind "Länder" und "Staaten" Erfindungen, das weiß auch jeder.
Aber wie soll ein Volk überleben ohne Gemeinschaft und ohne Staat? Wo findet man die Individualität eines Menschen, wenn es plötzlich keine Völker und keine Staaten mehr gibt? Eine Nationalität ist Pflicht, denn sonst geht die Identität eines jeden verloren. Die Nation ist die Stammszugehörigkeit wie bei den Tieren.
Ein echter Österreicher?
Ist meiner Meinung nach ein Österreicher mit deutschem Blute.
Ein Bayer, ein Tiroler. Ihr wisst schon. An sich ist das österreichische Volk eine absolute Mischbevölkerung (ähnlich wie in Rußland) aufgrund ihrer Geschichte, schon richtig ;)
:/
Mensch bleibt Mensch! und es ist vollkommen egal woher die kommen! Diese "Blutsgemeindschaften" gibt es einfach nicht.
Das ist einfach rassistischer Müll. Es gibt nur Individuuen. Jede Gemeindschaft ist konstruiert und die Leute in einer Gemeindschaft können einfach nicht als ein Ding angesehen werden, weil alle Menschen verschieden bzw. individuell sind.
echter Österreicher=vermischte Kulturen
was soll schon ein "echter Österreicher" sein? Österreich ist generell ein gemischtes Volk, das ganze 4. bis 6. Jhdt. sind die verschiedensten Völker durchgewandert und auch später sind immer neue "Ausländer" dazugekommen...also wie viele Generationen genau müssen denn schon in Österreich leben, damit man als Einheimischer gilt?
hc strache=idiot
ich finde es sollten bei menschen keine abgrenzungen geben wie auf den landkarten
es heißt welt !
ich finde es doof wie hc strache drauf ist
dabei ist eer doch selbst serbischer herkunft!!
das heißt er ist quasi gegen seine vorfahren, wie kann man nur so dumm sein...
ich finde die gruppe in facebook toll: "serben gegen hc strache"
genial ! ;D
rassismus
Wenn man im eigenen land schon so diskriminirt wird warum sollten wir echten wiener da keine rassisten werden?
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Vielleicht schon mal daran gedacht das es keine "echten Wiener" gibt. Es gibt "nur" Menschen. Die Bezeichnung "Wiener" oder allgemein "Staaten" bzw. "Länder" sind alles Erfindungen bzw Konstrukte. Das ist nichts was schon immer da war. Es werden auf der ganzen Welt Menschen diskriminiert. Die Unterschiede schaffen konstruierte Staaten/Nationen und Ängste. Idioten gibt es überall das hat nichts mit der Nationalität zu tun.
Mensch bleibt Mensch und wenn ich mich mit einem nicht gut verstehe dann hat das nichts mit seiner Nationalität zu tun. Außer natürlich die bestehen auf Ihre Nationalität und sind rassistisch. Das kann ich überhaupt nicht leiden.
Danke, für den Text und auch zu Nationalismus. Ist verdammt wichtig das es mal wieder eine breitere Disskusion dazu gibt.
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