Eine von Fünf!
Jede Frau wird schon im Kindesalter von ihrer Familie, Medien, usw. immer wieder darauf hingewiesen, dass sie nicht allein auf die Straße und nicht zu weit weg vom Haus gehen soll.
Vor allem am Abend soll sie nicht alleine auf die Straße gehen, da außerhalb der Familie Gefahr droht. Dahinter steckt die oft rassistische Vorstellung von gefährlichen „fremden“ oder gar "außländischen" Männern, die hinter dunklen Hecken lauern. Frauen wird von klein auf eingeredet, dass ihnen nur eine Beziehung mit einem "Beschützer" Sicherheit bieten kann. Die Fakten sprechen allerdings eine ganz andere Sprache: Jede fünfte Frau in Österreich macht Statistiken zufolge einmal im Leben die Erfahrung von Gewalt in der Familie oder in der Beziehung. In 70 Prozent aller Fälle werden auch die Kinder misshandelt. Demnach findet Gewalt gegen Frauen meistens im engsten Umkreis und nicht in irgendwelchen dunklen Gassen statt. Gewalt in Beziehungen wird fast ausschließlich von Männern ausgeübt.
Wie sieht Gewalt in Beziehungen aus? Es gibt körperliche Gewalt, die von Schubsen, massiven Schlägen bis hin zu Morden reicht. 30-40 Frauen werden jährlich in Österreich ermordet, die Täter sind mehrheitlich (Ex-)Lebenspartner. Eine weitere Form von Gewalt in Beziehungen ist psychische Gewalt, wie etwa Beschimpfungen, Drohungen aber auch Verbote, Freund_innen zu treffen. Sexualisierte Gewalt, als weitere Form, kann von aufgezwungenen Berührungen bis zu Vergewaltigungen reichen. Begünstigt wird dies durch eine Gesellschaftsordnung, die es Frauen schwer macht, aus (Gewalt-)Beziehungen auszubrechen. Damit ist gemeint, dass Frauen noch immer 25% weniger als Männer verdienen und in das Rollenbild von Hausfrau und Mutter gedrängt werden.
Oft wird Gewalt in Beziehungen nicht als Gewalt wahrgenommen: Es fällt vielen Frauen schwer sich einzugestehen, dass ein geliebter Mensch zum Täter und sie selbst zum Opfer werden. Von der Betroffenen wird meist nach "Gründen" gesucht, um das Verhalten zu rechtfertigen. Beispiele dafür können sein: "Weil ich ihn geärgert habe" oder "Weil er mich so sehr liebt, verhält er sich so". Denn das Eingestehen von Gewalt bedeutet immer auch Konsequenzen für die Betroffene, wie etwa Beziehungskonflikte, eine Trennung und damit auch eine veränderte Situation für die Kinder. Gerade hier ist Unterstützung von Freund_innen und/oder Beratungseinrichtungen wichtig.

Kommentare
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danke
für die erinnerung! es ist zwar unangenehm daran zu denken, aber mensch sollte sich dem problem bewusst sein
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